In all den Jahren haben wir niemals an den offiziellen Aktionen der Regierung teilgenommen, die von der Lehrervereinigung organisiert werden. Gewöhnlich werden dabei hohe Teilnahmegebühren verlangt, die hauptsächlich dazu dienen, den Offiziellen die Taschen zu füllen. Hinzu kommt noch, dass die Teilnahme von Privatschulen eher unerwünscht ist, sie aber geduldet werden um die Gebühren einzukassieren, in der Hoffnung, dass sie schnellstmöglich wieder verschwinden. Falls man sich nicht unterkriegen lässt, machen sie einem das Leben so schwer als möglich, behaupten, dass man verloren hat oder aber die einfachsten Formalitäten nicht erfüllt, so dass man ausgeschlossen wird.

Dieses Jahr war die Ausgangssituation eine andere: Der Bildungsminister entschied über die Teilnahmegebühren und welche Leistungen durch diese zu erbringen seien, z.B. Unterbringung, Essen, etc. Zudem bestand das Ministerium darauf, dass auch die Privatschulen teilnehmen sollten. Um unseren guten Willen gegenüber den Offiziellen der KPSA (Kenya Private School Association) des Kwale County zu zeigen, beschlossen wir teilzunehmen.

Die ganze Sache wurde zum Albtraum! Als erstes erreichte uns die Information, dass einige der Wettbewerbe schon begonnen hatten und uns deshalb nicht mehr erlaubt war daran teilzunehmen. Dann erkannten wir, dass beschlossen worden war, die ganze Veranstaltung und deren Organisation wieder den Spitzenverbänden der Lehrer zu übertragen - genau den Leuten, die es zuvor schon immer vermasselt haben.

Als ich wegen der Teilnahmebedingungen anfragte, wurde ich mit der Antwort abgespeist, dass ich die Teilnamegebühren bezahlen soll und das wäre alles. Wir wollten in den mehreren Disziplinen u.a. Netzball starten. Als unsere Teilnehmer ankamen, legte sie ihre Unterlagen vor - die, das muss ich zugeben - nicht vollständig waren. Abends bekam unser Spielleiter einen Anruf, dass bis zum nächsten Morgen um 7:30 Uhr die fehlenden Unterlagen vorzulegen seien (was unmöglich war). Das Seltsame an der Sache war, dass sie nur die Unterlagen des Netzball-Teams wollten, welches zuvor gewonnen hatte. Da wir die verlangten Unterlagen über Nacht nicht organisieren konnten, wurde unser Netzball-Team vom Tunier ausgeschlossen. Unserem Athleten - Team wurde mitgeteilt, dass sie die fehlenden Unterlagen nachreichen könnten, wenn sie in die nächste Runde gelangen.

Auf den Beschwerdebrief, den ich daraufhin schrieb, erhielt ich nie eine Antwort. Unsere nächste Disziplin war der Musikwettbewerb, in dem sich unsere Mädchen gut schlugen. Zu diesem Zeitpunkt versuchten die Offiziellen des Verbands uns zu nötigen, für jede! unserer Schülerinnen 200 KSH zusätzlich zu zahlen, weil anscheinend Geld fehlte, dass ganz offensichtlich in irgendwelchen Kanälen versickert war.

Als wir in das Fußball- und Volleyballtunier starteten, entschied ich persönlich zu erscheinen und fragte bei den Offiziellen nach, ob alles okay ist, was mir dann auch versichert wurde. Am nächsten Tag erhielt ich dann einen Anruf, dass unser Volleyball-Team gesperrt sei, da unsere Papiere immer noch nicht vollständig und die Informationen von Vortag nicht korrekt gewesen seien. Nach einigem Tauziehen und Verhandeln entschied der SCDE (so etwas ähnliches wie der Schulrat bei uns in Deutschland), dass wir weiter teilnehmen dürfen. Ich versprach, persönlich dafür zu sorgen, dass die angeforderten Unterlagen zu 100% in Ordnung wären.

Zum Schluss lässt sich folgendes sagen: Da wir zu spät über die jeweiligen Wettbewerbe informiert wurden, wurde uns nicht erlaubt an den Wettbewerben für Basketball und Theater teilzunehmen. Unser Netzball-Team hätte weit kommen können, wenn es nicht ausgeschlossen worden wäre. Unser Volleyball-Team erreichte die Bezirksebene, was ziemlich gut ist für die erste Teilnahme. Unser Fußball-Team wurde vernichtend geschlagen. Hier ist noch viel Arbeit erforderlich.

Das Team, welches am weitesten gekommen ist, ist unser Musik-Team. 36 Mädchen haben 20 Stücke für das Sub-County Level vorbereitet - und das alles mit sehr wenig Ausstattung, da ich es abgelehnt hatte viel Geld für Kostüme und ähnliches auszugeben.

13 der Stücke erreichten die Bezirksebene und 7 von ihnen erreichten sogar das Regionallevel und das alles mit einem Minimum an Ausstattung und ohne dass wir Schiedsrichter bestochen haben!  Fotos durften wir allerdings nicht machen, irgendwelche unbekannten „Die“ hätten das Copyright.

Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr ohne Probleme und Streitereien an den Wettbewerben teilnehmen können. Wir, d.h. KPSA (Kenya private Schools Association) Kwale County, haben beschlossen, dass wir die oben erwähnten Missstände an das Bildungsministerium melden werden.